Gestern saß ich mal wieder in einem Akquisetermin mit einem Beratungsunternehmen. Schon nach wenigen Minuten musste ich gedanklich abschalten, weil sie uns leider mal wieder nichts besonderes Neues oder spannendes präsentiert haben. Aber etwas Gutes hatte dann der Termin dann doch.
Mir ist mal wieder aufgefallen, dass wir einen großen blinden Fleck in Organisationen bei dem Hypertrend Social Media haben. Wir schauen uns gerne an, wie wir die Interaktion mit Kunden steigern, den Kunden Service anbieten, Kundenbindung herstellen und Produkte verkaufen können. Aber wir machen uns selten oder nie Gedanken darüber, welche Implikationen das Social Web für uns als Organisation selbst hat.
Heute muss man als Organisation ja immer mit Resonanz rechnen. Und zwar Resonanz die sichtbar ist. Durch Kommunikation hat man schon immer weitere Kommunikation befeuert, nur konnte man das früher nicht so schön sehen. Außerdem war Interaktion räumlich und zeitlich aufwändiger.
Meine Frage ist nun, wie verändert sich ein Unternehmen selbstreferenziell, weil der Anschluss von Kommunikation heute so viel einfacher ist?
Ich denke ein wesentlicher Punkt ist die gestiegene Transparenz auf Märkten:
- Preise können einfacher verglichen werden.
- Die Qualität von Produkten wird durch Bewertungen unmittelbar sichtbar.
Gleichzeitig steigt aber der Einfluss von Präferenzen auf Märkten:
- Persönliche Bewertungen beeinflussen den Kauf eines Produktes.
- Persönliche Erfahrungen lassen die Wahrnehmung der eigenen Zufriedenheit anders erscheinen.
Welche Konsequenzen hat das für Unternehmen? Instransparente Kostenkommunikation wird sofort entlarvt. Qualitätsfeedback ist unmittelbar und kann den Erfolg eines Produkts ab dem ersten Verkauf beeinflussen. Die ersten Bewertungen sind lebensnotwendig für den Erfolg eines Produktes. Ein schlechter Start kann den weiteren Verkauf schwächen. Außerdem sind Kunden vor allem dann zufrieden mit einem Produkt, wenn es ihr Netzwerk auch ist. Das beste Beispiel ist hier mal wieder Apple. Die Apple Community trägt das gute Gefühl ein Apple Produkt zu besitzen weiter, auch wenn andere Produkte evtl. besser sind.
Das beantwortet aber immer noch nicht meine Frage. Denn ich möchte ja wissen, welche organisatorischen Folgen das haben kann? Alle Marktaktivitäten stehen unter permanenter Beobachtung und diese Beobachtung wird natürlich durch Marktforschung beobachtet. Nur bekommt man dadurch die richtigen Aussagen? Zumeist wird ja erst dann abgetestet, wenn eine Kommunikation oder ein Produkt schon auf dem Markt sind. Das Social Web ist viel mehr immer ein Spiegel, den man bei Entscheidungen sich vorhalten muss. Natürlich kann man Strategien entwickeln um die Resonanz zu steuern, aber mit Resonanz wird immer schon gerechnet.
Mir ist das aber immer noch zu unscharf. Vielleicht ist das Thema aber auch einfach zu banal, als darüber noch weiter nachdenken zu müssen. Mal sehen…