04/07/2011

Intuition ist der Königsweg der Komplexitätsreduktion

Nach Prof. Dr. Peter Kruse funktioniert Corporate Learning nur dann, wenn man ein gemeinsames Wertemuster hat oder zumindest versteht, welche Wertemuster alle Interaktionsteilnehmer haben. Dies entspricht exakt dem systemtheoretischen Kulturbegriff. Kultur ist hier kein normativer Begriff, sondern eine Co-Evolution von Wertemustern, die die Anschlussmöglichkeiten von Kommunikation erleichtern. Das klingt jetzt sehr kompliziert, ist es aber nicht, wenn man beim Denken an Kultur nicht die Leitkultur im Kopf hat sondern mehr ein Schmiermittel, das unsere Interaktion, unsere Gesellschaft im Laufen hält. Sozusagen ist alles Kultur und nicht nur das, was unsere Bildungselite als Kultur versteht.

Peter Kruse macht meiner Meinung nach den Fehler, zu sehr an der Konstruktion von Kultur durch Diskurse zu hängen. Sobald in einem Netzwerk Interaktion funktioniert hat sich schon eine Kultur gebildet, ohne dass man sich auf diese hätte einigen müssen. Er spricht von Titanenaufgaben, die man für internationale Corporate Learning Strukturen bewältigen müsse. Ich rätsle gerade, welche Hindernisse das sein könnten. Sprache, Business Tools und internationale Kommunikation sind längst globalisiert. Gerade die Sprache in Social Media hat sich standardisiert.

Learning: Um in Social Media gesteuerte Lernprozesse einzuführen ist eine gemeinsame Kultur notwendig. Es könnte z.B. schon genug sein, Kunde von der selben Firma zu sein, oder gleich Interessen zu haben.

Wie reduzieren Menschen die Komplexität von Systemen?

1. Ausprobieren.
2. Ignoranz.
3. Verstehen.
4. Trivialisierung.
5. Intuition.

Intuition ist für Peter Kruse der Königsweg. Nur müsse man sich in seiner Intuitionsfähigkeit immer weiterentwickeln um nicht irgendwann mit einer Intuition von Gestern die falsche Entscheidung zu treffen.

Learning: Kollektive Intuition könnte die Lösung für eine Gefahrenreduktion der falschen intuitiven Entscheidung sein. Gerade bei der Einführung von Produkten kann also die aggregierte Intuition eines Netzwerks eine Managemententscheidung stützen oder aber verwerfen.

03/07/2011

Die Vernetzungsdichte erhöht die Komplexität der Systeme

Gestern lernten wir von Prof. Dr. Peter Kruse, dass wir Werkzeuge entwickeln müssen, um die vernetzte Welt besser verstehen und bewerten zu können.

Heute steigen wir gleich tiefer in seine Theorie ein:

Durch die erhöhte Netzwerkdichte sind komplexe Praktiken und Veränderungsdynamiken entstanden, deren Wirkung wir nicht mehr so einfach verstehen können. Deshalb setzt Peter Kruse auf die kollektive Intelligenz.

Learning: Social Media bewirkt in Unternehmen Praktiken, deren Wirkung wir noch nicht hervorsehen können. Wir brauchen deshalb neue Prozesse mit entsprechenden Methoden um der vernetzten Welt entsprechen zu können.

Kruse erklärt sehr einleuchtend, wie er mit Methoden die drei Grundkomponenten von intelligenten Systemen, Vernetzung, Erregung und Bewertung stimulieren kann.

1. Erhöhung der Vernetzung in Gruppen. Hierfür hat next practice das Moderationstool nextmoderater entwickelt, die alle Workshopmethoden von Brainstorming bis Maßnahmenentwicklung in einem LAN möglich machen. Somit können Kleingruppenprozesse auf sehr große Gruppen skaliert werden.

2. Bewertungen von Menschen sichtbar machen. Bewertungsmuster sind auf Grund der Black Box des Bewusstseins nicht direkt mit Fragestellungen herauszufinden. Außerdem verhindern sprachlich mehrdeutige Fragen und biographische geprägte Antworten die Erhebung von Wertewelten. Das Tool von next practice dazu ist nextexpertizer.

Learning: Die klassischen quantitativen Tools für Social Media Monitoring sind auf dem Holzweg. Aber das war eh klar. Es gibt also anscheinend eine Methode, mit der man dann “wirklich” an die Meinung der Kunden kommt?!? Ich lass mir mal die Brochuren von diesen Tools schicken ;-) . Mit einer Facebook Community einen Innovationsworkshop durchzuführen wäre außerdem eine herausfordernde Idee, an der ich gefallen gefunden habe.

02/07/2011

Peter Kruse erschafft Werkzeuge zum Erzeugen von Kollektiver Intelligenz.

In meinem gestrigen Post stellte ich einen Vortrag von Prof. Dr. Peter Kruse zu Social Media vor. So manchen Ansatz fand ich so spannend, dass ich mehr über Peter Kruse erfahren wollte. Auf YouTube sind einige interessante Interviews mit ihm zu finden. In den nächsten Tage werde ich jeden Tag ein Video aus einem längeren Interview vorstellen und kurz zusammenfassen, was wir daraus für Social Media Management oder New Media Communication lernen können.

Wer ist Peter Kruse?

Das Unternehmen next practice von Peter Kruse berät Unternehmen in Veränderungs -und Innovationsprozessen. Sehr spannend ist seine Aussage, dass Unternehmen sehr wohl schon Ideen hätten wie komplexe Systeme funktionieren und wie darin Veränderungen passieren können, aber es fehle ihnen an passenden Methoden. Dafür baut next practise Werkzeuge zum Erzeugen von kollektiver Intelligenz. Seine These ist, dass unsere Sozialen Systeme heute so komplex seien und man sie nicht mehr individuell lösen könne. Deshalb entwickeln Sie Methoden um in Netzwerken kollektive Intelligenz real herzustellen, damit das Ganze mehr ist als die Summe der Teile.

Mit kollektiver Intelligenz Innovation herstellen kann man einfach auch Crowdsourcing nennen. Wie man Crowdsourcing aber wirklich in großen Unternehmen (Systemen) in den Innovations -und Entwicklungsprozess einbaut ist oft eine ungelöste Frage. Deshalb lohnt es sich sicher Herrn Kruse in seinen Ausführungen weiter zu folgen.

Learning: Wir müssen Methoden (Werkzeuge) entwickeln, um das Potential von Netzwerken für Veränderungs -und Innovationsprozesse nutzen zu können.

Abschließen möchte ich aber noch mit zwei kritischen Anmerkungen. Systeme sind immer mehr als die Summe seiner Teile. Dafür muss man nicht erst Kollektive Intelligenz schaffen. Außerdem muss man die Komplexität von Systemen nicht lösen, sondern eine Praxis schaffen, die die Komplexität reduziert. Naja, vielleicht meint er das sowieso genau so ;-) !